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Mittwoch, 31. Oktober 2012

Im Lesegalopp (Limerick)

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Limerick von das A&O: "Im Lesegalopp"

War mal ein Buch und sein Pferd:
gelesen, gesattelt, verehrt.
Es konnten die Seiten
echt alles, auch reiten,
doch hat's der Buchrücken erschwert .


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Vier Hufen und ein Buch? 
Mit Pferdebüchern konnte ich ja, ehrlich gesagt, nie so ganz lese-lostraben. Ach, doch ... eines habe ich mit 11 geschenkt bekommen; dicker, schwarzer Wälzer, der war gut. War aber auch ein Kinderkrimi, in dem eher zufällig das titelstiftende Huftier an dessen (Kinderkrimis) Auflösung vielwiehernd beteiligt war.

Was wiehert euch zum Thema Pferdebücher durch den Kopf?
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Samstag, 15. September 2012

Eigene Sitzsätze: Brief an den Bücherwühltisch

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Eigener Sitzsatz von das A&O: "Brief an den Bücherwühltisch"


Lieber 

  Bücherwühltisch,


ich sag dir jetzt mal, wie das immer läuft. Spot auf ein beliebiges Montagmittagszenario: Milch ist alle, Sprudel brauch ich und überhaupt muss frisches Futter her. Meine Shopping-Scheuklappen sitzen gut, alle anderen Konsumläden ohne essbare Waren werden gewissenhaft ausgeblendet. So läuft das, wenn ich lauf ­­­– zum Supermarkt. Und dann kommst du. Stehst nur rum und siehst gut aus. Flatterst deine unzählbaren Seiten an meinen schwächelnden Scheuklappen vorbei und  drückst mir deine buchstabenbunten Buchcover direkt in die längst vom Weg abgekommenen Augen. Und schon durchwühl ich dich. So, wie du’s brauchst. Und ich auch.

Aber brauch ich dich wirklich? „Mondscheinangeln für AnfängerInnen“ oder „Best of Steuererklärung 2009“? Naja, vielleicht verschenke ich ja mal „Lustige Stehaufmännchen zum Einschlafen“ oder lese den „Die Fantasyelfentrollenprophezeiungsschlacht 1-8“-Sammelband am Strand, zu dem ich niemals fahre, weil ich doch nur Städtereisen mache. 
Ja, die Titel sind alle frei erfunden, lieber Bücherwühltisch, aber wir wissen doch beide, dass du in Wahrheit nur wenig anders klingende Buchnamen beherbergst. Ich weiß es ganz sicher, denn ich kenn sie alle. Mit dir verhält es sich nämlich wie mit den kleinen Luftlinsen auf der Verpackungsfolie: Man muss sie verdammt noch mal jede! einzeln! durchgehen!

Hab ich dich dann bis zum wirklich hinterletzten „Rosarunde Pilcher“-Pestrest durchgeflappt, kann ich endlich mit der gemachten Bücher-Beute zur Kasse. Und dann direkt nach Hause. Einkaufsgeld hast du mir jetzt nämlich komplett aus der Tasche gewühlt. Also keine Milch. Nur frisch sprudelndes Lesefutter. Freu mich schon, wenn ich dir das nächste Mal in die Tischbein-Arme lauf. Lass uns das Wühltisch-Techtelmechtel-Treff doch dann nur bitte nach der Scheuklappen-Supermarkt-Session ansetzen.
Das wäre fantas-TISCH.

Dich auf ewig treu durchwühlend

Das A&O

 

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Da ist noch Platz auf dem Briefpapier, was wolltet ihr dem Bücherwühltisch schon immer mal schreiben? Antworten an das A&O auch per Comment sofort zustellbar! :)
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Freitag, 14. September 2012

Wolkenbuch (Limerick)

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Limerick von das A&O: "Wolkenbuch"
There once was a book on a cloud
raining letters on planet earth's crowd.
Flooded by pages:
people of all ages.
Little book spread its word and was proud.


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Und wie ist bei euch das Bücherwetter? :)
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Dienstag, 31. Juli 2012

Da sind schon wieder deine Federn im Waschbecken! (Auf der Hühnerleiter mit Karen Duve)

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"Anständig essen: Ein Selbstversuch" von Karen Duve
Sitzsatz: 
„Damals lebte ich noch in Schleswig-Holstein, und es ging um die Hühner. Hühnerhaltung war die einzige Tierhaltung, bei der ich ein reines Gewissen hatte(…) . Unser Zusammenleben ähnelte dem einer lockeren Wohngemeinschaft, wobei die Hühner den Part übernahmen, der nie abwäscht.“

Mein Sitzsenf: 
Heute landet das A&O von der Wortwiese mitten auf der Hühnerleiter. Das Schöne an diesem Satzsitzzitat ist, dass sich im Lesekopf augenblicklich folgendes Bild aus dem Ei des Vorstellungsvermögens pellt: Hühner mit Puschen an den Krallen flegeln auf einem Sofa und zappen sich durch die kükenfreundliche Kanäle im TV. Zum Gackern! Mindestens zum Grinsen. Aber halt! Woher will der fantasievolle Kopf denn bitteschön wissen, dass in diesem erdachten Bild im Wort „Sofa“ nicht drei Buchstaben ausgeeiert werden sollten, um es vielmehr zum „Sand“ zu machen? Die entsponnene Huhn-Frau-WG kann doch genausogut im Stall ein gackerndglückliches Wohnraum-Gefüge eingegangen sein! Hühnerhumor hin und Menschenmacht her, das ist nämlich exakt der allgemeingültige Kern in Karen Duves grün eingeschlagenem Buch. Sie begibt sich ganz auf Augenhöhe mit ihren Tieren. Und mit allen anderen Feder-, Fell- und Kiementragenden Lebewesen, die nicht (wie die Hennen in Schleswig-Holstein) das Glück hatten, ihre Hühnerpuschen unter den sinnbildlichen Gemeinschaftstisch der Autorin zu stellen: Das sind dann nämlich jene Tiere, die nach einem durchquälten Leben einen ebenso qualvollen Tod erfahren, um schließlich auf einem tatsächlichen Tisch zu landen.

Beim erneuten Lesen des Sitzsatzes sehe ich es dann also auch anders: Da streckt die Duve ihre starken Stiefel im Stall sitzend von sich und kräht die gackgluckende Runde zum Körnerpicken auf dem Strohsofa zusammen. 

Das A&O: 
Egal wie federfohlocker dieser Sitzsenf nach der langen Pause daherflattern sollte: Spricht oder schreibt man über „Anständig essen“ bleibt es nicht aus, auch in den unangenehmen Wahrheiten zu scharren – und das ist verdammt gut so! Gerade wegen dieser Fakten, die in Duves pointierten Worten punktlanden, wird dieses Buch zu einem, dass ich gewiss Zeit meines Leselebens in sämtliche WGs und Wohnungen mitumziehen werde. 

Wo steht der Sitzsatz? 
Anständig essen: Ein Selbstversuch von Karen Duve (von 2010).
Galiani Berlin // ISBN: 978-3-86971-028-0
 
Darf’s ein bisschen mehr sein? 
Darf es. Und muss es, denn das Thema ist wichtig. Das A&O wird noch häufiger in ganz unterschiedlichen Satzsitzen von Karen Duves literarischem Selbstversuch Platz nehmen. Das war nur der Anfang, denn wer war zuerst da: Huhn oder Ei? Antwort: Die Hühnerleiter …