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Montag, 31. Dezember 2012

Faltbares Feuerwerk: Die gemütlichsten Sitzsatzschätze 2012 von das A&O

8 Sitzkommentare
Kunterbuntes Buchcover von "How many"
"How many sepectatcular paper sculptures" // Random House
Zu Weihnachten habe ich dieses schmachtprachtvolle Pop-up Buch geschenkt bekommen. Prompt entfaltete sich der unbedingte Wunsch, es hier zum Sitzsatz zu machen, wo es doch so gemütlich ist. Pop-up-Problem: Gibt nix zu lesen! ;) 

Deshalb der sssspontane Post über meine drei gemütlichsten Sitzsatzschätze, die in Ermangelung ihres literarischen Inhalts keine Zitatsitzfläche bieten .. und "trotzdem" so ur-schön sind! 


Viele bunte Sterne als Pop-up Bild in einem Buch
Faltbares Feuerwerk: "How many" Pop-up Buch bei das A&O
Bestes Buchbeispiel präsentiert sich in seiner wundervollen 3-Dimensionalität auf der rechtsseitigen Sitzsatzfläche --> Ein ausfaltbares Sternenfeuerwerk!

Das A&O liebt Buntes. Das A&O liebt gar nicht: Zahlen (bzw. rechnerische "Kunstwerke" mit ihnen veranstalten zu müssen). Ausnahme: die Zahl 5. In "How many" aber machen Zahlen Spaß: "How many stars contain just two colors?"




Kochbuchkunst aufgeschlagen
Meinen zweiten Sitzsatzschatz habe ich im Herbst in der Büchergilde Gutenberg gefunden. Die Gilde bringt bestimmte Bücher in ganz besonders leckerer Aufmachung neu heraus. Trefflicher könnte es für dieses Kochbuch kaum formuliert werden, in dem Katharina Bretsch wahre vegane Kochkunstwerke präsentiert.
Buchcover "Jummy Jummy: Kochen ohne Tiere"
"Jummy Jummy: Kochen ohne Tiere"



Jetzt muss ich zwar zugeben, daraus noch kein einziges Rezept ausprobiert zu haben, aber ich habe schon viele viele Male meine A&O-Augen im illustrierten Schlaraffenland schlemmen lassen.Ein optischer Genuss!

Mein drittes "unlesbares" Buchhighlight 2012 ist "Die 10 besten Brettspiele der Welt: Zum Rausnehmen und Loslegen". Word! Ein Brettspielbuch! Ein Traum! Action! Und sehr, sehr schön gestaltet. Spielbretter, die z. B. Holz- und Marmorunterlagen simulieren und Kartonspielfiguren für Spiele bereitstellen, bei denen "Mensch ärgere dich nicht" erst mal für die nächsten 2012-Spielejahre keine 6 mehr würfelt (und somit nicht mehr rauskommt.)
Brettspielbuch aufgeschlagenBuchcover "Die 10 besten Brettspiele der Welt"






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Welchen Sitzsatzschatz findet ihr am Gemütlichsten? Faltet ihr euer Feuerwerk heute Nacht auch aus Papier? Alles Buchbeste für 2013 wünscht das A&O!

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Dienstag, 25. September 2012

Schokostreuselsardinentorte (Weltuntergang am Esstisch mit Jasper Fforde)

11 Sitzkommentare


Sitzsatz:                                                                                   

GRAU (auf Blau) von Jasper Fforde
„Ich brauche ein halbes Pfund Milchreis“, sagte ich, außerdem Pfirsische, Schuhputzcreme, eine große Rübe, eine Dose Sardinen und eine Tüte Schokostreusel.“
Tommo zog ein Notizbuch aus seiner Tasche und schrieb etwas auf.
„Stimmt was nicht?“
„Nein, nein“, antwortete er, „ich will mir nur merken, deine nächste Einladung zum Essen lieber auszuschlagen.“


Mein Sitzsenf:                                                                            

Dieser Sitzsatz ist ein Stuhl am Esstisch. Und er bleibt unbesetzt. Denn was Protagonist Eddie Russet der Nebenfigur Tommo und unserem mitlesendem Kopfkino dort kredenzt, liest sich wahrlich ungemütlich-unschmackhaft. Das A&O war so frei, das Zutaten-Konstrukt in der folgenden Grafik kurz zusammenzuklöppeln und nennt das so Entstandene „Rüben-Horror-Terror-Torte à la Russet“:

„Rüben-Horror-Terror-Torte à la Russet“ von das A&O
 Und im Ernst, dieses Buch ist wahrlich eine Torte:
  • vielstöckig (dies ist der erste 490 Seiten starke Teil einer Trilogie),
  • vielschichtig (postapokalyptische Dystopie mit Gesellschaftskritik meets Alice in Wonderland-Erinnerungen mit Tollpatsch-Protagonist),
  • im wahrsten Sinne des Wortes kunterbunt (die Menschheit und das gesamte Gesellschafts“system“ ist hierarchisch in Farbmuster unterteilt) 
  • und jede dramaturgische Geschmacksrichtung von amüsant-unterhaltsam über Freundschafts- und Sowasähnlicheswieliebesgeschichte bis beängstigend-bedrückend vereinend.
Jasper Fforde, dem A&O schon als vor Humor übersprudelnder Autor von The Eyre Affair bekannt, hat hier einen „eigentlich Endzeitroman“ verfasst, der vor Worttalent und –witzzz spritzzzt. Ist nicht einfach zu lesen, viele neue Wort- und Weltschöpfungen, aber genau das hat mich, bevor ich „Pfirsisch“ sagen konnte, schon suchtgnadenlos in den Buchbann gezogen. Und weil der Roman schier unbeschreiblich ist, kann man sich bei weiterem Interesse ja hier das eigene Web-Universum von Eddie Russet anschauen.

Das A&O:                                                                               

Gefunden habe ich GRAU als reduziertes Anschauungsexemplar im Buchladen – Bücherwühltisch in abgeschwächter Version quasi. Viele Leute können es nicht angeguckt haben, sieht ganz unberührt aus. Yap, diese Romantorte ist sicherlich nicht nach jedem Lesegeschmack.
Wer aber noch meint, Weltuntergang und Wortwitz passen so gut zusammen wie Milchreisrüben auf eine Schokostreuselsardinentorte, kann sich in GRAU ja eines Bunteren belehren lassen. 
Ich mache auf jeden Fall noch eine Portion Spannungssahne drauf und wünsche guten Leseappetit auf dem Esstischstuhl!
 
Wo steht der Sitzsatz?                                                           
GRAU von Jasper Fforde (von 2011). Eichborn // ISBN: 978-3-8218-6140-1
 
Darf’s ein bisschen mehr sein?                                                    
Wer beim Buchtitel zuerst an 50 Shades of Grey gedacht hat, ist vor dem Schlafzimmer falsch abgebogen. Das A&O ist in diesem synapsenverzwirbelnden Werk richtig gelandet und wird für die nächsten beiden Bände noch mal Platz nehmen. Dieses Farbenuniversum muss gesprengt werden und Jasper Fforde hat die passenden Leselunten gelegt.

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Wie schmeckt euch diese Horror-Torte? 
Welche Lesefarben sind sonst nach eurem Geschmack?
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Sonntag, 18. September 2011

Padauz, Frau Clauz! (Leselümmeln mit Hedwig Dohm)

0 Sitzkommentare

Sitzsatz: 
„Mein Platz war neben Fräulein Claus, die mich von Anfang an mit einer an Zärtlichkeit grenzenden Aufmerksamkeit behandelte. Sie hatte ein feines bleiches Gesicht, eine Nymphengestalt, süße Veilchenaugen, und strömte einen starken Jasmingeruch aus. Ihre Toilette war ein nicht Definierbares von Buntem, Glitzerndem, Flatterndem; man hätte dabei an einen geplatzten Regenbogen denken können.“
Mein Sitzsenf: 
Der erste Sitzsatz-Beitrag zieht gleich mal alle schier zum dahinrekelnden Leseregister. Süße Augen! Veilchen und Jasmin! Über Fräulein Claus muss man gar nicht wissen, wie alt sie ist, wie groß oder welche Haarfarbe sie hat. Solche Maßeinheiten sind was für KrimiautorInnen oder (andere) fantasielose Menschen, derer Hedwig Dohm sich nicht bedienen musste. Sie öffnet ihre Personenbeschreibung als einen vieldimensionalen Fächer, der mit jeder neu aufgeklackklackklappten Falte Schönstes entfaltet und dann zum finalen Schwung ansetzt: „einen geplatzten Regenbogen“. Hier fegt’s mich bei jedem Lesen vor Wonne fast weg. Padauz, Frau Clauz! In eben diesen Regenbogen mag ich mich somit als erste Satzsitz- Hängematte legen und auf vielenfarbenbunt Leselümmeln.

Das A&O: 
Den Roman habe ich vor einigen Jahren in einer Bibliothek ausgeliehen und ich habe mir exakt nichts behalten außer besagtem „explodierten Regenbogen“ (auch noch falsch abgespeichert damals). Für den Blog musste ich ihn einfach wieder ausgraben und auf die Nummer Eins setzen.

Wo steht der Sitzsatz? 
Schicksale einer Seele von Hedwig Dohm (1899) 
 
Darf’s ein bisschen mehr sein? 
Hewig Dohm? Unbedingt! Eine wichtige schreibende und federführende Frau! Mehr Schicksale einer Seele? Ich persönlich bin ausschließlich am Regenbogen kleben geblieben …